1997: Apple wird von Microsoft gerettet

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Oh man, da war ich grade einmal 7 Jahre alt! Als auf  der Macworld Expo 1997 wohl die skandalöseste Präsentation von Steve Jobs stattfand.

Im Netz habe ich einen alten DPA-Bericht zur Macworld Expo 1997 in Boston gefunden. Animiert nach diesem Artikel zu suchen, hat mich ein Comic-Strip auf Windowskitchen. Ein Video der Präsentation findet ihr ganz unten.

Bericht Infos:

Meldung vom 07.08.1997 11:51:00

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Computer/Software/KORR
Apple und Microsoft beenden unversöhnliche Rivalität
Von Christoph Dernbach

Boston/Hamburg (dpa) – Der Coup des Softwarekönigs Bill Gates und des Apple-Pioniers Steve Jobs überraschte alle: Die Erzrivalen Microsoft Corp. und Apple Computer Inc. rücken zusammen; Gates investiert 150 Millionen Dollar (282 Mio DM) in den angeschlagenen Computerhersteller. Apple verpflichtet sich im Gegenzug, Microsofts Internet-Technologie anzuwenden. Die treue Gemeinde der Apple-Kunden und -Mitarbeiter war auf der Fachmesse MacWorld Expo in Boston schockiert, als Jobs und Gates per Video-Einspielung den Millionendeal verkündeten.

«Wir müssen uns von der Vorstellung trennen, daß Microsoft verlieren muß, damit Apple gewinnen kann», beruhigte Jobs das buhende und pfeifende Publikum. «Das Zeitalter des Wettbewerbs zwischen Microsoft und Apple ist vorbei.» Damit schlug der Apple-Mitbegründer ein neues Kapitel in der wechselhaften Beziehung zwischen Apple Computer und Microsoft auf.

Vor gut 20 Jahren, in der Gründungsära der PC-Industrie, standen sich beide Unternehmen keineswegs unversöhnlich gegenüber. Das «Computer-Wunderkind» Steve Jobs hatte 1976 mit dem Apple I und 1984 mit dem ersten Apple Macintosh revolutionär einfach zu bedienende Maschinen auf den Markt gebracht. Der junge Bill Gates verhalf dem Macintosh mit Büroprogrammen wie der Tabellenkalkulation Excel oder der Textverarbeitung Word zum Durchbruch. Das Verhältnis kühlte aber merklich ab, als Microsoft sich selbst an die Entwicklung eines grafisch orientierten Programms zu Steuerung des Computers machte und «Windows» auf den Markt brachte.

Apple warf Microsoft vor, bei der Programmierung von «Windows» hemmungslos beim Macintosh kopiert zu haben. Vor Gericht konnte sich jedoch Apple in einem jahrelang erbittert geführten Rechtsstreit nicht durchsetzen. Steve Jobs attackierte auch nach seinem Rauswurf bei Apple im September 1985 Microsoft immer wieder scharf: «Ich glaube immer noch, daß viele Millionen PC-Anwender ungezwungermaßen einen Computer benutzen, der viel schlechter ist, als er sein sollte», sagte Jobs 1991 zur Windows-Technologie in einem Interview mit «Forbes». In der Auseinandersetzung mit Gates wurde Jobs auch persönlich: «Ich mache mir nichts daraus, einmal der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.(…) Für mich zählt, daß ich abends, wenn ich mich ins Bett lege, sagen kann, daß wir etwas Wunderbares geleistet haben», erklärte Jobs 1993 im «Wall Street Journal».

Foto: Cover Time Magazine

Es muß den Apple-Mitbegründer Überwindung gekostet haben, zum Telefon zu greifen und dem Erzrivalen Gates den Einstieg bei Apple anzubieten. Doch angesichts des ständig sinkenden Marktanteils der Apple-Rechner sah Jobs wohl keinen anderen Ausweg, als die Vormachtstellung von Microsoft zu akzeptieren und statt eines aussichtslosen Wettkampfes eine pragmatische Zusammenarbeit zu suchen.

Dem Software-Milliardär aus Seattle kam das Angebot wie gerufen. Microsoft sieht sich in den USA gerade in diesen Wochen neuen Vorwürfen ausgesetzt, das Unternehmen habe mit Windows eine derartige Monopol-Stellung erreicht, daß die Kartellbehörden einschreiten und Microsoft eventuell in zahlreiche kleinere Firmen («Baby-Bills») zerschlagen müßten. Daher ist das Überleben des Macintosh-Betriebssystems nicht nur für Apple, sondern auch für Microsoft ungeheuer wichtig. Gates hat sich mit dem Apple-Engagement einen 150-Millionen-Dollar-Versicherungsschein gegen das Kartellamt gekauft.

Und ganz nebenbei ist der Multimilliardär mit dem Überraschungscoup wieder ein Stück reicher geworden. Seine sehr günstig gekauften Apple-Anteile sind wegen des rasanten Kursanstiegs der Aktie nach der Kaufbekanntgabe inzwischen deutlich über 200 Millionen Dollar wert.

dpa cd hn
071151 Aug 97

Quellen:

Wired Bericht: Wired.com

Die Zeit: Der überraschende Einstieg von Microsoft bei Apple

Dpa-Text: mr-gadget.de

Video: youtube.de

Weiter Infos unter Mac-History

16 Kommentare

  1. Pingback: Artikel: iOS 7 Spezial: Design - alles weiss, transparent und dennoch bunt Seite 2 - CMS-Kommentare - Windows Mobile Forum

  2. apple war berechtigterweise erneut vor dem Aus. Was für Gewinnzahlen? Wo warst du damals? Hast du von ner Apple Seite, nicht wahr. Wasch dir mal den Kopf. Auch damals schon wolllten sie zwar behaupten, daß ganz Amerika auf Mac läuft. War aber nie so, und wird nie so. Lediglich Etiketten-Gestalter und sonstiges „Kreatives“ empfanden das Arbeiten angenehmer und ließ sich einkonsumieren. Die ollen MACs waren genauso überteuerte verklebte Shice wie das Zeugs heute. Selbst mit all der Unterstützung der sogenannten Konkurrenz, muß niemand befürchten das sie mehr werden als ein Gegenpol zur Industrie. MS hat sich schon alleine wegen denen überhaupt an die Spitze schießen können. Selbiges nach dem „Kauf“, bis heute auf dem Handymarkt. Ein paar Gerüchte ein paar gefakte Zahlen. Konsumenten in Hater und Fanboys aufteilen. Ein paar Gerichte (vor allem USA, ganz unparteisch gegen Asiaten) die mal Hü mal Hott sagen. Und der Notebook/Netbook/Pad und Handymarkt boomt wie blöde. Auch heute glauben die Jünger an die Bauernfänger Parolen und schreien Apple rules, bald ist alles apple, aber das ist nach wie vor grösster Humbug. Schon geil , wie manch einer auf MS und Samsung abgeht und nicht checkt was dahinter steckt ^^. Und nun ratet mal wer bei dem Ipad dahintersteckte, ebenso dem Islave … oder ratet nicht. Das ist das ganze Geheimniss, diskutiert euch wild. Kauft das eine oder das von der Konkurenz. Hauptsache das Geld fließt

    • @Islave
      Wann war Apple denn erneut vor dem aus? Bitte um Fakten.
      Wer wollte behaupten das ganz Amerika auf Mac läuft? Ging zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, denn IBM (BigBlue) war auch noch da. Denke auch Filmstudios, Musikstudios, Grafik und Design Firmen waren mit dem Mac zufrieden. Adobe portierte damals ihr Grafikprogramm nur auf den Mac. Windows kam viel später.
      Nicht mehr werden? Schläfst Du den ganzen Tag oder Kiffst Du? Apple ist Momentan das Wertvollste Börsenorientierteste Unternehmen der Welt, was sich auch wieder ändern kann.
      Microsoft an der Spitze im Handymarkt, oder verstehe ich Dich hier falsch? Das musst Du mal belegen.
      Du kommst mit angeblichen Fakten, die keine belege haben. Wer steckt denn nun hinter dem angeblichen iSlave? Microsoft? Na dann gute Nacht! Es scheint so, als hättest Du von solchen Dingen, nicht einen Funken AHNUNG!

      • Islave ist ein allseits bekannter, durchgeknallter Schwachmat, der 1997 noch friedlich in den Testikeln seines Erzeugers vor sich hinschnorchelte und besser hinter den nächsten Schuppen gespritzt wurden wäre. Leider ging da wohl was schief und so trollt sich das dumme Kind nun eifrig durch sämtliche IT-Portal (z. B. Gizmodo). Dieser Dödel gehört eigentlich unter ständige, medikamentenunterstützte Beobachtung. Also furzegal, was der so vor sich hinlallt. 😉
        Ansonsten ist zur urban legend „MS rettet Apple“ alles wesentlich von @yassine gesagt wurden.

  3. @ easytopia: MS kaufte 1997 für gerade 150 Mio. Dollar STIMMLOSE Aktien. Dieser Kauf hat ganz bestimmt nicht Apple gerettet. dafür solltest du vielleicht mal Apples Umsatz- und Gewinnzahlen von ’97 zu Gemüte führen. MS besitzt auch keinerlei Anteile an Apple, aber träum ruhig weiter. 😀

  4. @fabio
    LACH 🙂 🙂
    Apple programmiert seine eigene Software, wie auch Microsoft 😉

  5. @Andi Licious
    microsoft hält heute keine Anteile mehr 😉

  6. @Easytopia
    Richtig. Aber wenn Du gelesen hast, wäre Microsoft ohne diesen Deal auch bergab gegangen. ALSO, haben beide davon profitiert.

  7. genau das hab ich gesucht :)))))))

  8. @yannick
    interessant ist nur das der programmierer des winXp win7 und der apple software ein und der selbe sind und dieser kommt ursprünglich nur von microsoft..
    @aloha
    habe gehört das es 20% sein sollen.

  9. Aloha,

    interessant wäre jetzt natürlich, wie viele die Anteile heute vom Wert von Apple ausmachen bzw. wie viel Prozent Microsoft an Apple hält, sollte dies noch immer der Fall sein.

    Cheers, Andi

  10. Super – Ist ja genau wie heute. Windows schaut bei Apple ab. Windows 7 usw 😉

  11. Pingback: Damals als Microsoft Apple rettete

  12. Tja so war es damals und die Apple Fanboys wollen es nicht wahr haben 😉 Microsoft hat mit dieser Aktion Apple gerettet.

  13. Schöne Zusammenfassung, interessante Story, kannte ich noch nicht. Aber da war ich ja auch noch nicht viel älter ^^

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